Strafrecht im Internet

"bearshare", "e-mule", "e-donkey" usw.

Die Ausgangslage ist häufig die Gleiche: Der 15 Jahre alte Sohn sitzt zu Hause und nutzt einen der eben erwähnten Internet-Dienste oder einen seiner unzähligen Klone. Er lädt Filme, Musik und Bilddateien, sämtlich urheberrechtlich geschützt, auf seinen Computer. Was er häufig nicht bedenkt, ist, daß sein eigener PC mit Anmeldung an den Internet-Dienst selbst Teil des Download-Netzwerkes und damit zu einem Verbreiter illegal erworbener Dateien wird. Solange der Rechner eingeschaltet ist, stellt er seinerseits die illegal erworbenen Dateien für andere Nutzer zur Verfügung.

Das ist strafbar.

Anhand der IP-Adresse des Rechners können Staatsanwaltschaft und Polizei nunmehr den vermeintlichen Täter anhand der beim Internet-Provider hinterlegten Daten ermitteln.

In unserem Beispiel ist dies der Vater des 15-Jährigen. Gegen ihn, der möglicherweise noch nicht einmal weiß, was "bearshare" überhaupt ist, richten sich jetzt strafrechtliche Ermittlungen. Der Vater steckt nunmehr in einem Dilemma: Einerseits hat er sich nichts vorzuwerfen und möchte dies natürlich umgehend den Ermittlern mitteilen andererseits möchte er seinen eigenen Sohn nicht belasten.

In einer solchen Konstellation, die recht häufig auftritt, sollte dringend und so schnell wie möglich ein Rechtsanwalt konsultiert werden.

Doch auch der unbescholtene Familienvater, dem von einem "Spaßvogel" unverlangt Bilder minderjähriger Kinder zugesandt werden, kann strafrechtliche Probleme bekommen, selbst, wenn er diese Aufnahmen unverzüglich löscht.

Denn möglicherweise schlummern diese Bilder im "Cache" des Internet-Browsers noch eine ganze Weile unerkannt weiter. Das Hanseatische Oberlandesgericht Hamburg hat kürzlich entschieden, daß auch das Lagern von Dateien im "Cache" "Besitz" im Sinne des Strafrechts darstellen kann.

Es versteht sich von selbst, daß gerade in derart heiklen Fällen schnellstmöglich ein Rechtsanwalt hinzugezogen werden sollte, der nicht nur im Strafrecht über Spezialkenntnisse verfügt sondern sich eben auch mit den Besonderheiten des Internets und der jeweils aktuellen Computertechnik auskennt.

 

Alexander Kirmeß
Rechtsanwalt
Strafrecht
Tel. 040 890 70 673

 
Elmenhorststrasse 7
22767 Hamburg