Vernehmung

Grundregel: Schweigen !

Fast alle meine Mandanten haben eine ungefähre Ahnung, weshalb ihnen irgendwann ein Anhörungsbogen der Polizei zugesandt wird. Die Möglichkeiten reichen von einer Handgreiflichkeit im Straßenverkehr, bis zur Hinterziehung von Steuern, von illegalem Download von Musikdateien, bis zu übelsten Beschuldigungen im Rahmen einer Ehescheidung.

Fast alle haben das Gefühl, zu unrecht beschuldigt worden zu sein und den dringenden Wunsch, den ermittelnden Behörden so schnell wie möglich ihre eigene Sicht der Dinge mitzuteilen.

Bevor man jedoch ein solches "Vernehmungsangebot" der Polizei annimmt, sollte man Folgendes bedenken:

Die Polizei verfügt bereits zu einem frühen Zeitpunkt über eine Vielzahl von Informationen, die man selbst unter Umständen gar nicht kennt. Niemand kann wissen, was etwa ein mißgünstiger Nachbar der Polizei an Informationen zu angeblichen Straftaten zur Verfügung gestellt hat.

Wie soll man sich aber dann effektiv verteidigen?

Sinnvoll ist dies nur möglich, wenn man den genauen Stand der Informationen der Strafverfolgungsbehörden kennt.

Es sollte daher stets durch einen Verteidiger Akteneinsicht genommen werden, bevor überhaupt in Erwägung gezogen wird, Angaben zur Sache zu machen.

 

Alexander Kirmeß
Rechtsanwalt
Strafrecht
Tel. 040 890 70 673

 
Elmenhorststrasse 7
22767 Hamburg